Therapie der chronischen Schmerzen

Wichtig zu wissen

Im Gegensatz zum akuten Schmerz gibt es beim chronischen Schmerz keine schnelle Heilung.

Es braucht Zeit, bis eine
wirksame Therapie gefunden ist.

Oft müssen verschiedene
Medikamente und Methoden
ausprobiert werden.

Dies kann Wochen oder Monate
dauern und ist für Patient und Arzt
manchmal frustrierend.

Der chronische Schmerz ist grundsätzlich anders als der akute Schmerz, obwohl er gleich empfunden wird.

Wenn dies nicht beachtet wird,
kommt es zu Missverständnissen
und falschen Erwartungen.

Diese Zusammenhänge dürfen
vom Patienten, seinen
Angehörigen und dem Arzt
nie vergessen werden!
 

Es ist verständlich,
dass viele Patienten die Nase voll haben
vom ewigen Tabletten schlucken.
Sie erwarten dann eine Therapie,
die ohne Tabletten auskommt.

Aber gerade dies ist bei
chronischen Schmerzen oftmals nicht möglich.
Zwar gibt es Therapieformen, die ohne Tabletten
oder sogar ganz ohne Medikamente funktionieren. Sie sind aber nicht bei jedem Schmerz anwendbar.

Umgekehrt gibt es auch Patienten, die lieber Tabletten nehmen würden, anstatt sich Spritzen oder ähnliches machen zu lassen.
Aber auch hier gilt, dass die gewünschte Therapieform nicht unbedingt wirksam ist.

Allgemeines zur Therapie chronischer Schmerzen

Die gewählte Therapieform muss
den Erwartungen und Wünschen
des Patienten entsprechen,


und

beim vorliegenden Schmerz wirksam sein,
ohne dass der Patient unter
Nebenwirkungen leidet.

Die Therapie ist häufig ein Kompromiss zwischen Machbarem und Wünschenswertem

Methoden der Schmerztherapie

Medikamente

  • Allg. Schmerzmittel
  • Nichtsteroidale Antirheumatika
  • Kortison
  • Opiate
  • Antiepileptika
  • Antidepressiva

Nichtinvasive Methoden
(ohne Durchstechen der Haut)

  • TENS
  • Wärme/Kälte
  • Physiotherapie
  • Osteopathie
  • Autogenes Training
  • Verhaltenstherapie

Invasive Methoden
(mit Durchstechen der Haut)

  • Infiltrationen
  • Selektive Nervenwurzelblockaden
  • Nervenblock
  • Neurolyse
  • Periduralanästhesien
  • Spinalanästhesien
  • Grenzstrangblock
  • Facettengelenksinfiltration

Minimalinvasive Methoden
(mit Durchstechen der Haut, evtl. m. Implantationen)

  • Kontinuierliche Medikamentengabe via Katheter
  • als Bolus, Infusion, oder
  • mit externer od. implantierter Pumpe
  • intravenös
  • subcutan
  • an Nerven
  • in den Pleuraspalt
  • Peridural
  • Spinal
  • Elektrische Nervenstimulation
  • Periphere Nervenstimulation
  • Hinterstrangstimulation
  • Neurolyse
  • Thermoläsion
  • Chemisch, medikamentös

Operation
(mit Durchschneiden der Haut und tieferliegender Organe)

  • Versteifungen
  • Gelenke
  • Wirbelsäule
  • chir. Nervendurchtrennung/Neurolyse
  • peripher
  • Nervenwurzel/
  • zentral/im Gehirn

Was ist Neuromodulation ?

Unter Neuromodulation wird die  
therapeutische Veränderung  
od. Beeinflussung von Nerven  
verstanden.   

Der Begriff 'Neuromodulation' wird auch als Synonym für Schmerztherapie verwendet (v.a. in englischen Publikationen).

An der Impulsleitung in einem Nerv sind chemische und elektrische Vorgänge beteiligt.

Um die Schmerzweiterleitung zu unterdrücken kann der chemische Anteil mit Medikamenten und der elektrische Anteil mit elektrischen Feldern und Strömen beeinflusst werden .    

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 letztmals geändert am Donnerstag, 1. November 2007, 9:14:58 Uhr